Was ist ein Raumkonzept und warum ist es wichtig?

«Wie kann der Raum am Hochrhein in Zukunft aussehen?» Das ist die zentrale Frage des Raumkonzepts. Mit dem Raumkonzept eröffnen wir eine neue Perspektive, die über die Grenzen von Gemeinden, Gebietskörperschaften und Ländern hinausreicht. Das ermöglicht es uns, grenzübergreifend auf den Hochrhein zu blicken und diesen Raum gemeinsam mit Einwohner:innen zu gestalten. Erst mit dieser Perspektive lassen sich überzeugende Antworten auf die Herausforderungen unserer Region entwickeln:

  • Wo leben und arbeiten die Menschen in Zukunft?
  • Wie legen sie die Wege zwischen Wohnort, Arbeitsplatz, Einkaufen und Freizeitaktivitäten zurück?
  • Wo sind die besten Standorte für Gewerbe, Industrie und Dienstleistungen?
  • Welche Flächen stehen für die Landwirtschaft zur Verfügung?
  • Und welche Wälder und Landschaften stellen wir unter Schutz?

Für die Entwicklung des Raumkonzepts hat das Zukunftsbild des Agglomerationsprogramms Basel einen politisch breit abgestimmten Orientierungsrahmen vorgegeben. Im Entwicklungsprozess wurde dieser Zielzustand überprüft und für den Raum am Hochrhein konkretisiert – mit Teilkonzepten und konkreten Massnahmen in den Bereichen Landschaft, Siedlung und Mobilität.

Bürger:innenpanel
Bürger:innenpanel

Wie wurde das Raumkonzept Hochrhein entwickelt?

Die Erarbeitung des Raumkonzepts erfolgte als Beteiligungsprozess in drei Phasen. In jeder Phase waren die betroffenen Städte und Gemeinden, Interessensvertretungen und Einwohner:innen beteiligt. Nacheinander traf sich jede dieser Gruppen, um in der jeweiligen Phase Ergebnisse zu bestimmten Fragestellungen zu erarbeiten.

Die Fragen der ersten Phase bezogen sich auf die Herausforderungen der Region Hochrhein: Was ist gut? Wo besteht Handlungsdruck? Was muss besonders dringend getan werden? Durch den Austausch über diese Fragen konnte ein gemeinsames Raumverständnis gefunden werden.

In der zweiten Phase wurde der Blick in die Zukunft gerichtet: Welche Möglichkeiten zum Handeln gibt es unter den vorgefundenen Bedingungen? Welche Szenarien oder möglichen Zukunftsvisionen könnte es für die Region geben? Wo machen wir zukünftig was?

In der dritten und letzten Phase wurde ein Zielbild für die Region entworfen, und es wurden greifbare Massnahmen festgelegt, um dieses Zielbild zu erreichen. «Wie kommen wir dahin?» lautete entsprechend die zentrale Frage dieser Phase.

Die Ergebnisse aus den Diskussionen wurden von jeder Gruppe an die nächste weitergegeben, um damit weiterzuarbeiten. So entstand am Ende ein gemeinsames Raumkonzept für den Hochrhein, das für die nächsten Jahre und Jahrzehnte richtungsweisend für die Entwicklung der Region sein wird.

Wer hat das Raumkonzept Hochrhein erarbeitet?

Das Raumkonzept Hochrhein ist durch eine umfassende Zusammenarbeit entstanden. An seiner Entwicklung waren 24 Städte und Gemeinden auf beiden Seiten des Hochrheins beteiligt, zahlreiche Interessenvertretungen und regionale Akteure waren mit einbezogen, und vor allem konnten Einwohner:innen ihre Sicht auf die Region, ihre Zielvorstellungen und ihre Ideen einbringen.

Gefördert wurde das Raumkonzept Hochrhein durch das Programm «Common Ground» der Robert Bosch Stiftung – mit dem Ziel, grenzüberschreitende lokale Bürgerbeteiligung zu unterstützen und zu institutionalisieren.

Ein Kernteam hat das Projekt von 2021 an vorbereitet und die beteiligten Gruppen miteinander vernetzt. Dieses Team bestand aus Vertreter:innen der Gemeinden Pratteln, Rheinfelden (CH), Rheinfelden (DE), des Fricktal Regio Planungsverbands, des Regionalverbands Hochrhein‐Bodensee, des Landkreises Lörrach, der Kantone Aargau und Basel‐Landschaft und des Vereins Agglo Basel.

Beteiligte Kommunen

Kommunen Deutschland

Bad Säckingen, Grenzach‐Wyhlen, Laufenburg (DE), Murg, Rheinfelden (Baden), Schwörstadt, Stadt Wehr

Kommunen Aargau

Eiken, Frick, Hellikon, Kaiseraugst, Kaisten, Laufenburg (CH), Magden, Möhlin, Mumpf, Münchwilen, Obermumpf, Oeschgen, Olsberg, Rheinfelden (Schweiz), Sisseln, Stein, Wallbach, Wegenstetten, Zeiningen, Zuzgen

Kommunen Basel Landschaft

Arisdorf, Augst, Birsfelden, Buus, Giebenach, Hersberg, Maisprach, Muttenz, Nusshof, Pratteln, Rickenbach, Wintersingen

Übergeordnete Behörden

Landkreis Lörrach, Landkreis Waldshut, Regionalverband Hochrhein-Bodensee (RVHB), Agglo Basel, Fricktal Regio Planungsverband

Wer hat das Raumkonzept Hochrhein unterstützt?

Das Raumkonzept Hochrhein wurde durch das Programm «Common Ground» der Robert Bosch Stiftung gefördert – als eines von acht. «Common Ground – über Grenzen mitgestalten» verfolgt das Ziel, die grenzüberschreitenden Beziehungen zwischen Deutschland und seinen Nachbarstaaten zu intensivieren und die grenzübergreifende Beteiligung der Einwohner:innen an der Gestaltung zu fördern. Die Projekte werden wissenschaftlich begleitet, um erfolgreiche Ansätze anschliessend zu verstetigen.

Durch die gemeinsame Entwicklung und Durchführung von grenzüberschreitenden Beteiligungsprozessen sollen regionale Herausforderungen identifiziert, Potenziale erschlossen und Lösungen gefunden werden. Daraus sollen nachhaltige Beteiligungsstrukturen über die Landesgrenzen hinweg entstehen, die über die dreijährige Laufzeit des Programms hinaus Bestand haben werden.

Gemeinsame Charta

Die Charta hält die gemeinsamen Ziele und Strategien für die Entwicklung des Hochrheins fest. Mit ihrer Unterzeichnung bekräftigen die Partner ihre Absicht, die Massnahmen des Raumkonzepts gemeinsam umzusetzen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit weiter zu stärken.

Unterzeichnung der Charta im April 2025
Unterzeichnung der Charta im April 2025

Beteiligte Akteure im Raumkonzept Hochrhein